Wird „Van Dooren“ ein Krimihotel?
Ein Entwickler-Büro hat für die ehemalige belgische Kaserne auf Burg Vogelsang, die eigentlich weitestgehend abgerissen werden soll, eine neue Nutzungsidee entwickelt – Investor gesucht, der die Riesenimmobilie in ein Hotel umbaut, in dem sich alles um den Krimi drehen soll – Ausschlagpunkt für die Idee war die „Criminale 2010 Nordeifel“
Schleiden-Vogelsang – Die ehemalige belgische Kaserne „Van Dooren“ auf dem Gelände der Burg Vogelsang galt bislang als besonders problematische Immobilie. Das 25 000 Quadratmeter-Objekt dürfte manchem schon Alpträume bereiten, wenn er nur an die Heizkosten denkt. Doch das alles schreckt die beiden Projektentwickler Anton Neuberger und Manfred Ernst von der „Ernst & Neuberger Consult“ nicht ab. Der Kölner Experte für Immobilienentwicklung Neuberger und der ehemalige Bürgermeister Manfred Ernst von Hellenthal ließen sich von der „Criminale 2010 Nordeifel“ inspirieren und hatten plötzlich eine fulminante Idee:
„20 Millionen Euro Investitionssumme, 150 bis 200 neue Arbeitsplätze in Vogelsang und ein Hotel mit thematisch bundesweitem Alleinstellungsmerkmal »Krimi« sowie 150 Betten auf 18 000 Quadratmetern Gebäudefläche“, so bringt der Redakteur des „Kölner Stadt-Anzeiger“, Franz-Albert Heinen, die Idee auf den Punkt.
Heinen: „Wenn alles gut läuft, könne das Projekt bereits Ende 2012 Realität sein. Bereits vor einem Jahr gab es erste Kontakte zwischen den auf komplizierte Altbaunutzungen spezialisierten Projektentwicklern und der Standortentwicklungsgesellschaft (SEV).“ Seit Jahresbeginn laufe die Detaillierung. Es gilt Aspekte wie Denkmalschutz, Nationalpark, Kompatibilität zur Geschichte des Ortes und dergleichen mehr zu berücksichtigen und dabei keinesfalls die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens aus den Augen zu lassen.
Ein Allerweltshotel hätte auf Vogelsang wenig Chancen, und es dürfte schwierig sein, dafür einen Investor zu finden. Doch bei einem Hotel mit einer thematischen Ausrichtung, die möglichst viele Menschen interessiert und anlockt, könnte das anders aussehen. Die Eifel als Krimiland ist längst überregional bekannt, da scheint ein Krimi-Hotel nur eine zwangsläufige Folge zu sein.
„Die Gesamtstruktur des Bauwerks auf einem Grundstück von insgesamt 35.000 Quadratmetern Fläche will Neuberger erhalten. Sein Ziel ist es, bei 50-prozentiger Auslastung jährlich rund 50.000 Übernachtungen zu erreichen“, so Heinen. Der vorläufige Arbeitstitel des Projektes sei „Krimi Resort“, das Angebot solle sich daran orientieren. Eine Schauspiel-Akademie sei ebenso vorgesehen wie eine Bibliothek, Krimi-Seminare und die Auslobung eines Krimi-Award in Verbindung mit internationalen Krimi-Festspielen. Für große Krimi-Aufführungen könne das unmittelbar benachbarte ehemalige belgische Kino genutzt werden. Neuberger: „Die Criminale 2010 im Kreis Euskirchen hat uns die Steilvorlage für das Konzept geliefert.“
„Öffentliches Geld zieht privates nach sich“
Manfred Poth, der SEV-Aufsichtsratsvorsitzende, bestätigte, dass der Aufsichtsrat am Mittwoch dem Konzept einmütig zugestimmt habe. Jetzt scheine sich die Prophezeiung zu bewahrheiten, dass „öffentliches Geld Privates nach sich zieht“. Poth kündigte darüber hinaus an, dass das weitere Verfahren in einem absolut offenen Prozess auch unter Beteiligung der Öffentlichkeit erfolgen solle.
„Iris Poth, Leiterin der Kreis-Wirtschaftsförderung, betonte die Arbeitsmarktwirkung des Vorhabens. 150 Arbeitsplätze seien bedeutsam, darüber hinaus werde das mit Sicherheit ein bedeutender Ausbildungsbetrieb. Insgesamt wies sie dem Vorhaben eine Bedeutung zu, die weit in die Region ausstrahle: Das ist ein Sprung nach vorn“, so der „Kölner Stadt-Anzeiger“.
So scheint das auch Franz-Albert Heinen zu sehen, der in einem Kommentar besonders bemerkenswert findet, dass Manfred Poth „eine gänzlich offene Diskussion mit der Bevölkerung suchen will“. Denn das Thema „Krimi“ im Zusammenhang mit Vogelsang könne durchaus für Kritik sorgen. Zumal „etliche der dort gedrillten Nazis später blutige Kommissare im Osten“ gewesen seien. Gleichzeitig wäre eine solche Investition aber wichtig, um das Bauwerk „Van Dooren“ überhaupt auf Dauer erhalten zu können.
Die aktuelle Planung, so Heinen, habe den weitgehenden Rückbau bis auf einige Grundmauern und Sockelgeschosse vorgesehen, die Bestandteil der denkmalgeschützten Architektur der ehemaligen NS-Ordensburg seien.
Der Redakteur der „Kölnischen Rundschau“, Bernd Kehren, berichtet, dass Neuberger sicher sei, dass das Projekt „Erfolg in die Region ausstrahlt“ und alle Zielgruppen anspreche. Denn jeder habe eine Affinität zu Krimis. Kehren weiter: „Einen Investor haben die Projektentwickler noch nicht an der Hand, auch keinen Hotel-Betreiber oder eine Schauspielschule.“ Doch das sei kein Problem. Für einen guten Standort finde man immer Investoren, habe Neuberger verlauten lasse.
pp/Agentur ProfiPress
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Sie stellten das Projekt vor: Thomas Fischer-Reinbach, Iris Poth, Manfred Ernst, Anton Neuberger und Manfred Poth. Foto: Manfred Hilgers/pp/Agentur ProfiPress
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| Noch liegt die ehemalige belgische Kaserne Van Dooren im Dornröschenschlaf. Eigentlich war vorgesehen, sie größtenteils abzureißen. Foto: Manfred Hilgers/pp/Agentur ProfiPress |
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So könnte die Riesenimmobile einmal aussehen. Wenn ein Investor anbeißt, so sollen die Umbauten bereits Ende 2012 fertiggestellt sein. Foto: Neuberger & Ernst/pp/Agentur ProfiPress |