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Eifel-Ferien im Dritten ReichAusstellung im Forum Vogelsang zeigt komplette Wanderausrüstungen, Wintersportgeräte, Fotoalben, Musikinstrumente, Liederbücher und vieles mehr – Dokumentiert wird das Freizeitverhalten in der NS-ZeitSchleiden-Vogelsang – Im Forum Vogelsang, im Zentrum des Nationalparks Eifel, wird derzeit die sehenswerte Ausstellung „Ferien im Dritten Reich“ gezeigt. „Die Ausstellung lebt von nahegehenden Bildern und wird wie erwartet sehr gut angenommen“, zeigte sich Albert Moritz, vogelsang ip-Geschäftsführer, zufrieden mit der ersten Resonanz. Bereits wenige Tage nach der Eröffnung wurden über 500 Besucher gezählt.
Besonderes Interesse gilt dem regionalen Teil der Ausstellung, der sich mit der Eifel beschäftigt. Das vogelsang ip-Wissenschaftsteam stellte die Ausstellung mit Unterstützung von Sammlern und Privatpersonen aus der Eifel zusammen. Dabei wurden zahlreiche Objekte, Fotos und Dokumenten aus der NS-Zeit gesichtet. Gezeigt werden komplette Wanderausrüstungen, Wintersportgeräte, Fotoalben, Musikinstrumente, Liederbücher und touristisches Werbematerial. Viele der Leihgeber nahmen an der Eröffnung teil. Johannes Bortlisz-Dickhoff, Aufsichtsratsvorsitzender der vogelsang ip gemeinnützige GmbH, betonte: „Wir wollen unseren spezifischen Beitrag zur Erinnerungskultur in Deutschland leisten. Damit positionieren wir vogelsang ip nachhaltig im Netzwerk der historischen Erinnerungsorte. Gleichzeitig bieten wir den Gästen hier eine spannende Ausstellung, die erstmalig Vogelsang auch als touristische Attraktion im Dritten Reich zeigt.“ Diese Erkenntnis sei neu, müsse weiter erforscht, hinterfragt und bezüglich der Geschichte Vogelsangs wissenschaftlich eingeordnet werden.
„Die Nationalsozialisten verbanden mit ihren KdF-Angeboten zu gemeinsamen Reisen das Erlebnis der »Volksgemeinschaft« geschickt mit dem Ziel, durch Erholungsmaßnahmen die Arbeitsleistung zu steigern und gleichzeitig eine positive Einstellung zum Regime zu fördern“, führte der Leiter des Dokumentationszentrums Prora, Dr. Jürgen Rostock, in seiner Ansprache aus. So seien beispielsweise Jugendliche in gemeinsamen Zeltlagern mit Spielen, Sport, Musik und Feiern im nationalsozialistischen Sinne beeinflusst worden. „Nationalsozialismus hieß nicht zwölf Jahre permanenter Ausnahmezustand. Gerade die gelebte Normalität, die individuellen Entfaltungsmöglichkeiten und der Rückzug ins Private haben entscheidend zur Stabilität und Akzeptanz der NS-Diktatur in Deutschland beigetragen“, betonte der Vogelsang-Historiker Klaus Ring. Erinnerungen und Erinnerungsstücke seien neben dem klassischen Quelleninstrumentarium eine wesentliche Erkenntnismöglichkeit für historische Forschung zur Geschichte des 20. Jahrhunderts.
Nicht zuletzt im Hinblick auf die zukünftige Dauerausstellung zur NS-Geschichte ermuntert vogelsang ip alle, die noch Objekte, Fotos oder Dokumente aus der NS-Zeit besitzen, die leihweise oder auch dauernd zur Verfügung gestellt werden können, sich an info@vogelsang-ip.de zu wenden. Oder per Telefon unter 02444/91579-0. pp/Agentur ProfiPress |